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Deutsche Gesellschaft für Positive und Transkulturelle Psychotherapie (DGPP) e.V.

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Nachruf Manije Peseschkian

Liebe Freunde und Kollegen,

mit traurigen Herzen, in tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserer Ehrenpräsidentin Manije Peseschkian, die am Dienstag diese Welt nach kurzer schwerer Krankheit verlassen hat. Obgleich schon seit mehreren Monaten gesundheitlich beeinträchtigt, war sie bis wenige Wochen vor ihrem Tod als „Mutter der Positiven Psychotherapie“ für alle tätig.

Manije Peseschkian wurde am 15. Juli 1940 als zweites von drei Kindern der Familie Eghrari in Teheran geboren. Sie besuchte das Gymnasium, schloss als Jahrgangsbeste ihr naturwissenschaftlich orientiertes Abitur ab und begann ein Studium der Biologie. Hierzu sagte sie selbst: „In dieser Phase meines Lebens zählte nur, Wissen zu erlangen – bis 1961 Nossrat erschien“. Im Dezember 1961 heiratete das Paar und siedelte 1962 erst nach Frankfurt, dann nach Wiesbaden über. Die Söhne Hamid und Nawid wurden 1962 bzw. 1964 geboren. Manije Peseschkian absolvierte eine Ausbildung zur EEG-Assistentin, arbeitete viele Jahre in der Praxis ihres Mannes Nossrat. Ihr eigentliches berufliches Ziel ‚Pädagogik und Familientherapie‘ erreichte sie kurz vor ihrem 40. Geburtstag und arbeitete dann viele Jahre als Familientherapeutin.

Ihr drittes Kind war die Positive Psychotherapie (PPT). Nur annähernd können wir Manije Peseschkians Anteil an der Entwicklung der Positiven Psychotherapie ermessen – nicht nur die Bildung der vielen Zentren im In- und Ausland, die Bücher und deren Übersetzung oder die Akquise von Verlagen sind Ausdruck der Teamarbeit des Ehepaares! So erfuhr man bei den Geschichten und Spruchweisheiten im persönlichen Gespräch immer wieder, wie das Ehepaar Peseschkian auch im Dialog co-kreativ in der Entwicklung der PPT war. Schon bald wurde Manije Peseschkian als „Mutter der Positiven Psychotherapie“ wahrgenommen. Sie selbst aber bezeichnete sich in einem Interview letzten November als „Hebamme der Positiven Psychotherapie“ und dieses Kind machte auch sie in zahlreichen Vorträgen und Seminaren bekannt. Es lag ihr zeitlebens am Herzen, ihm gehörten ihre Kraft und ihr Engagement.

Zusammen mit ihrem Mann gründete sie 2005 die ‚Prof. Peseschkian Stiftung‘, in der sie bis zuletzt als Vorstandsvorsitzende tätig war. Nach Nossrat Peseschkians Tod 2010 trug sie wesentlich zur Kontinuität und Einheit der Positiven Psychotherapie bei – in Deutschland und weltweit. So sorgte sie mit der Pflege des Stiftungsarchivs für eine strategische Positionierung, mit der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen (nicht nur) für Berater und Therapeuten in Deutschland und Äthiopien für die Verbreitung und Vertiefung der PPT und mit dem Kursangebot für Lehrer in Hessen für den Einsatz der PPT in weiteren gesellschaftlichen Feldern.

Seit jeher hatte sie eine besonders intensive Beziehung zur DGPP; durch ihre fortwährende Präsenz, ihren Rat, ihre Beiträge zu verschiedenen Veranstaltungen und nicht zuletzt durch ihre Gastgeberschaft hat sie uns immer wieder gestärkt, ermutigt und zu unserer Freude 2018 die

Ehrenpräsidentschaft angenommen. Wir alle erinnern ihre Herzenswärme. Und im direkten Kontakt spürte man, von ihr wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein.

Manije Peseschkian war eine liebevolle Mutter und Großmutter, ein engagiertes Mitglied der Bahái- Gemeinde in Wiesbaden. Der Glaube prägte seit der Kindheit ihre Wahrnehmung der Menschen und der Welt, gab ihr Kraft und Urvertrauen. 2003 berichtete sie über ihre besonderen Begegnungen mit dem Todesengel und fügte hinzu „… durch derartige Erfahrungen bin ich toleranter, geduldiger und demütiger geworden. Die Jahre, die mir noch bleiben, betrachte ich als Bonus. Ich schätze das Leben, die Unendlichkeit und das Geheimnis Gottes und hoffe, dass ich das unausweichliche Ende des Lebens würdig annehmen kann“.

Es durfte so sein. Wenige Tage vor ihrem Tod verfasste sie für uns folgende Botschaft:

Liebe Familie und Freunde,
2020 war mein 80. Jahr auf dem Planeten Erde. Ich habe diese Reise sehr genossen, weil ich alle 5 Kontinente bereisen konnte und mehr als 70 Länder und Gebiete gesehen habe. Jeder von euch persönlich war ein wichtiger Teil der Begleitung meiner Lebensreise, für die ich unendlich dankbar bin. Jetzt ist es an der Zeit, die längste Reise meines Lebens zu beginnen. Vor ein paar Monaten habe ich ein Ticket für mein letztes Abenteuer im Abhā-Königreich reserviert.

Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie. Möge sie in dieser Zeit ausreichend Kraft, Ruhe und Mut finden.

Die Beisetzung findet am 13. März 2020 um 12.30 Uhr auf dem Friedhof in Wiesbaden-Sonnenberg statt.

Vorstand, Beirat und Geschäftsstelle DGPP

Positive Psychotherapie

Foto Nossrat Peseschkian

 

Die Positive und Transkulturelle Psychotherapie nach Nossrat Peseschkian (1933 – 2010) ist eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapiemethode mit humanistischem Menschenbild. Sie ist international verbreitet und wird in Bereichen wie Psychotherapie, Psychiatrie, Psychosomatik, Pädagogik, Supervision und psychosoziale Beratung angewandt. Im deutschsprachigen Raum wird der Ansatz seit 1977 von der Deutschen Gesellschaft für Positive und Transkulturelle Psychotherapie (DGPP) vertreten. Die DGPP ist weltweit die älteste offizielle Dachorganisation der Positiven Psychotherapie.

 

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